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All India Scouts Jamboree in Delhi 1937





Vom 01. - 07. Februar 1937 wurde in Delhi das "ALL INDIA SCOUTS JAMBOREE" mit etwa 5.000 Pfadfindern aus allen Teilen des Landes abgehalten. Es wurde am 3. Februar offiziell von Lord Baden-Powell (1857 -1941) und Victor Alexander John Hope, 2nd Marquess of Linlithgow (1887–1952), Chef Scout  von Indien und Burma, eröffnet.

                                           
           Baden-Powell                                                    2nd Marquess of Linlithgow



Im Lager war ein (?) Postamt eingerichtet. Dort konnten normale Briefpost und Einschreiben aufgegeben werden.  Für Entwertungen wurde ein Sonderstempel benutzt (Abbildung 1 bis 3).



Abbildung 1: Brief vom 3. Februar, dem Eröffnungstag des Lager



Abbildung 2  
                                          

Sehr seltener Einschreibebrief vom 3. Februar             
(R-Nr. 13 / Camp P.O. Nr. 38)
                        



Abbildung 3: Sonderstempel




Postkarte vom 4. Februar 1937 an einen Jamboree-Teilnehmer (selten).
Oben links der Eingangsstempel des Lagerpostamtes + Sonderstempel



Bis dahin einmalig für ein Pfadfinderjamboree war der Abschuss mehrerer Raketen mit Briefpost, Flugblättern und Botschaften. Ein gewisser Stephen H. Smith (weiter unten mehr über ihn) war der Initiator für diese Raketenpost.

Die Briefe und Postkarten, die mit einer Rakete transportiert werden sollten, wurden mit einer farbigen Vignette beklebt und mit einem privaten violetten Rundstempel (Inschrift: ALL INDIA BOY SCOUTS JAMBOREE / ROCKET DESPATCH) abgestempelt  (Abbildung 4). Die Vignetten haben alle die selbe Zeichnung.
Flugblätter und Botschaften erhielten nur den privaten Raketenpoststempel und wurden von Stephen Smith signiert (Abbildungen 6, 7 und 9). Die Poststücke hat Smith meist an sich selbst adressiert und von der Indischen Post zuschicken lassen.

Die erste Rakete mit dem Namen "Dr. R. Paganini" und der Nummer 134 startete am 1. Februar (Abbildung 5). Noch am selben Tag wurden 3 weitere Raketen mit verschiedenen Flugblättern und Botschaften, die aus der Luft abgeworfen wurden, abgeschossen. Die Raketen flogen etwa 2 Kilometer weit.


        
Abbildung 4: Raketenpost-Vignetten / Stempel



Die Vignetten wurden in 9er-Blocks gefertigt




Abbildung 5
Brief befördert am 1. Februar mit Rakete Nr. 134   (Dr. R. Paganini)




Abbildung 6
Botschaft aus einer Propaganda-Rakete vom 1. Februar 1937





Abbildung 7
Flugblatt aus der Rakete vom 1. Februar 1937



Am 2. Februar wurden insgesamt 3 Raketen abgeschossen: Nr. 135 (Dr. M. Kronstein), Nr. 136 (Dr. H. Radasch) und eine Rakete mit Flugblättern.



Abbildung 8
Brief befördert am 2. Februar 1937 mit Rakete Nr. 135   (Dr. M. Kronstein)




 
Abbildung 9
Botschaft aus Propaganda-Rakete vom 2. Februar 1937



Am 3. Februar besuchte Lord Baden-Powell das Jamboree. Wieder wurden 3 Raketen abgeschossen. Nr. 138 mit Namen "Princess Elizabeth", Nr. 139 mit Namen "Lord Baden-Powell" und eine Propaganda- Rakete mit Flugblättern.



Abbildung 10
Brief befördert am 3. Februar 1937 mit Rakete Nr. 138 (Princess Elizabeth)




Abbildung 11
Postkarte befördert am 3. Februar 1937 mit Rakete Nr. 139   (Lord Baden-Powell)
ohne Postmarke




Abbildung 12
Postkarte vom 7. Februar nach SIMLA in Himachal Pradesh (Nordindien)


Anzumerken ist noch, dass Lord  Baden-Powell im Januar 1937 auch deshalb nach Indien gereist war, um dort seinen 80. Geburtstag am 22.  Februar mit seinem "alten" Husarenregiment zu feiern.

Am 2. März 1937 fand eine Rally der indischen Pfadfinderinnen in Calcutta in Bengalen statt. Auch zu diesem Ereignis wurde wieder eine Rakete mit Post und Botschaften abgeschossen (Abbildung 13). Wie beim Pfadfinderjamboree wurden die Poststücke mit einer Vignette beklebt und mit einem besonderen Stempel abgestempelt. Die Vignette hat die selbe Zeichnung wie  beim Pfadfinderjamboree, nur mit dem Unterschied, dass sie orange ist und den Überdruck "BENGAL GIRL GUIDES RALLY , 2-3-37" hat.



Abbildung 13
Brief befördert am 2. Februar 1937 mit Propaganda-Rakete Nr. 7




Brief von Baden-Powell, geschrieben am 2. März 1937 in Calcutta und mit einer Rakete verschickt



Wer war nun Stephen Hector Taylor- Smith (Abbildung 14) Er war Indiens berühmter Pionier für Raketenpost.  Zwischen 1934 und 1944 organisierte er insgesamt 270 Raketenabschüsse, davon transportierten 80 Raketen Post.
Im Gedenken an seine Pionierleistung gab die indische Post am 14. August 1992  einen Sonderstempel  (Abbildung 15) und am 19. Dezember 1992 eine Sondermarke mit Sonderstempel heraus (Abbildung 16).

         

                          Abbildung 14                            Brief vom 29. September 1935 mit der Rakete ORYON, R. 86
                                                                                                   nach Sikkim verschossen



Abbildung 15


   
Abbildung 16































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